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Die Thüringenmeisterschaft 2011 Bad Frankenhausen
Die
Thüringer Landesmeisterschaften im Streckensegelflug sind seit
vielen Jahren ein fester Bestandteil im Terminkalender unseres
Vereins. Nachdem 2010 für uns die Teilnahme leider nicht möglich
war, stand dieses Jahr fest, wir fliegen wieder mit. Die größte
Neuerung: zum ersten Mal treten gleich 2 Piloten des Vereins im
Rennen um den Meistertitel an.
Nach
langer Vorbereitung fuhren wir am 21.07. mit unsern beiden
Wettbewerbsseglern, der ASW 19b und der neuen ASW 15b nach Bad
Frankenhausen an den Kyffhäuser.
Nach dem
Aufbau des Zeltlagers gab es am Abend die Vorstellung der Teilnehmer
durch Wettkampfleiter Horst Dreischärf. Die offizielle Eröffnung
der diesjährigen Meisterschaften führte der Landrat des Kreises
zusammen mit den Bürgermeistern von Bad Frankenhausen und der
Gemeinde Utersleben, sowie dem Vorsitzenden des Kreissportbundes
durch. Allerdings gab es für uns am Freitag nur Trainingsflüge. Am
Nachmittag fuhren wir in die Therme in die Stadt um uns aufzuwärmen.
Auch der
Samstag sollte das Wetter noch keinen Wettbewerb zulassen. Zum
Zeitvertreib machte das Team einen Ausflug zum Denkmal Babarossas auf
den Kyffhäuser. Auch am Sonntag kam nach dem Briefing durch die
Meteorologen nur wenig Freude auf, allerdings ein erster
Hoffnungsschimmer, Dienstag sollte es werden! So führten wir die
Kulturunterhaltung mit einem Besuch in der Babarossahöhle fort.
Am
Montag dann die Überraschung: Der SMS Service des Aeroclub Bad
Frankenhausen meldete „Heute wird geflogen, 10:00 Uhr Briefing,
danach Startaufbau“ Und tatsächlich, im Briefingzelt strahlten
alle Piloten und Helfer, als Gabi Hampe, die Chefin der Auswertung
Bunte Zettel mit Tagesaufgaben für alle drei Klassen verteilte.
Nachdem alle Piloten ihre Flieger an den Start gezogen haben hieß es
warten. Nach einem Wetterflug stand jedoch fest: Es muss wieder
gecanelt werden. Die Wolkenbasis war zu niedrig, Tendenz kaum
Änderung.
Doch die
meisten Piloten nutzen die Möglichkeit ein freiwilliges Training zu
absolvieren. So bekam auch ich meine erste Runde über den
Kyffhäuser. Endlich fliegen und das fremde Panorama genießen. Die
10 Minuten Platzrunde machten Appetit auf die nächsten Tage.
Dienstag
war es dann auch endlich soweit. Die Strecken wurden verteilt. Für
meine kleine Club Klasse ging es 149 km weit von Bad Frankenhausen
über Aschersleben nach Köthen. Los ging es im Windenstart. Nach
einer Stunde Kreisen über dem Flugplatz wurde das Startband
eröffnet, jetzt durften alle Flieger auf die Reise gehen. Also los,
die Wolken waren gut, schnell ging es nach Aschersleben. Dort traf
ich auf meine Konkurrenten, die Doppelsitzer aus Rudolstadt und
Greiz. Ich suchte mir eine Wolke etwas nördlicher, konnte besser
steigen und so das Team Rudolstadt überholen. Mit dem Puchacz aus
Greiz flog ich weiter noch bis zur nächsten Wende nach Köthen.
Zusammen erreichten wir gerade noch eine letzte Wolke, stiegen bis so
hoch es ging, dann wurde es plötzlich blau. Für uns reichte die
Höhe, schnell gewendet, der Endanflugsrechner zeigte 350m
Höhenreserve um das Ziel zu erreichen. Ich geleitete los und
erreichte Bad Frankenhausen etwa 15 Minuten vor den Greizern. Jetzt
kam es auf die Auswertung an. Mein Flugzeug hat einen höheren
Wertungsindex, also wurde es knapp mit der Zeitreserve. Am Abend
stand fest Platz 2! Ein super Ergebnis, jedoch hinter dem Team des
ehemaligen DDR Segelflugmeisters Günter Schütze und seinem Piloten
Thomas Stein.
Am
nächsten Tag ging es über Bad Berka nach Bad Kösen. Ich bin spät
abgeflogen und hatte nördlich von Weimar meine Probleme, die Wolken
waren breit zerlaufen, keine schönen Cumuli. Während der Suche nach
dem richtigen Aufwind verlor ich etwas Zeit, bis plötzlich einige
Segler der „Allgemeinen Klasse“ auftauchten. Die erfahreneren
Piloten zeigten mir wo das Steigen ist und es ging weiter. Doch im
Funk hörte ich schon wie die Probleme vor mir weiter gehen. Der
erste Wendepunkt der „Großen Club Klasse“ war Rudolstadt,
Alexander Otto meldete schon schlechteres Wetter. In Bad Berka
angekommen erwiesen sich meine Sorgen als unbegründet, hier gab es
noch gute Thermik. Auf dem Weg nach Bad Kösen traf ich wieder auf
das Team Rudolstadt mit Pilot Walter Braun und seinem Navigator
Michael Grögel. Von hier an ging es schnell bis zur Wende und dann
wieder nach Hause. Auf dem letzten Schenkel überholten mich die
ersten Piloten der „Großen Club Klasse“, zeigten mir die letzte
Thermik und dann ab in den Endanflug. Der Flugplatz kam in Sicht ich
drehte ein und landete. Wieder rechnete ich mit einem guten Ergebnis.
Doch am Abend musste ich von Gabi Hampe erfahren, dass ich den
Endanflugpunkt verfehlt habe. Das zählt als Außenlandung, damit
waren viele Punkte verschenkt. Ein Blick in die Wertung zeigte mir,
ich bin noch auf Platz 2 in der Gesamtwertung, da anderen Piloten
auch Fehler unterlaufen sind.
In der
Großen Club Klasse erreichte Alexander den 5. Platz.
Auch am
Mittwoch hieß es wieder fliegen. Die Aufgabe war eine sogenannte
AAT- Aufgabe. Dies bedeutet um die Wendepunkte wurden Sektoren gelegt
und jeder Pilot konnte selbst entscheiden, wie groß die Strecke
werden sollte. Hier war Strategie gefragt, denn nach die
Mindestflugzeit betrug 2:30 Stunden, aber wir längere Flugzeiten
waren möglich. Ich startete, stieg auf und flog direkt nach der
Startbanderöffnung los. Bis Mühlhausen flog ich nur geradeaus,
konnte viel Zeit gutmachen. Ich flog den Sektor komplett aus, wendete
kurz vor Eisenach, da noch einen letzten 5-Meter Bart mitgenommen und
auf ging es nach Norden. Über dem Hain merkte ich, ich wurde
verfolgt. Ein „Astir“, geflogen vom Frankenhäuser Fluglehrer
Hartmut Morgenstern, kreiste etwa 200 Meter über mir. Ich hing mich
an seine Fersen. Im Funk hörte ich Alex mit Problemen. Die
Wolkenstraße, welche mich nach Mühlhausen brachte, hatte sich schon
zu Regen weiter entwickelt. Vor mir fand ich ein riesiges blaues
Loch, genau auf meinem Kurs. Die nächsten Cumulus-Wolken in weiter
Entfernung hangelten wir uns von Wolkenschleier zu Wolkenschleier.
Eine große Wolke baute sich etwa 20 km vor mir auf, doch ein
Direktflug schien mir unmöglich. Ich flog noch zwei kleine Schleier
an, bis ich die Wolke anfliegen konnte. Diese Entscheidung sollte
sich lohnen. Der „Astir“ des Aeroclub Hans Grade flog direkt, er
erreichte die Wolke etwa 200m über dem Boden und verlor durch das
Hochkreisen eine Menge Zeit. Die nächste Wende lag schon im Harz,
ich flog wieder bis zum Rand des Sektors. Doch durch den
aufgefrischten Wind war der Rückflug problematisch. Ein Blick auf
die Uhr verriet mir, die 2:30 Stunden sind schon vorbei, ich sollte
also schon fast wieder zuhause sein.
Der
letzte Wendepunkt war Allstedt. Ich kratze den Sektor nur an und
landete Minuten später wieder in Bad Frankenhausen. Der Puchacz aus
Greiz ist noch nicht gelandet, ich konnte mir als Hoffnung auf viele
Punkte machen. Die Auswertung sagte es: Tagessieg! Der Ärger vom
Vortag war vergessen.
Am
nächsten Morgen war das Wetter zwar leider nicht fliegbar, aber
Wettbewerbsleiter Horst Dreischärf überreichte mir eine Flasche
Sekt als Siegprämie.
Die
meisten Piloten nutzen den Tag um ihre Flugzeuge in den Anhänger zu
verladen und zu putzen, das Wetter sollte sich auch am Samstag nicht
mehr zum Guten wenden. Wir feierten den Tagessieg mit der Flasche
Sekt und ließen den die Meisterschaft ruhig ausklingen.
Mein
Ziel vor dem Start der Meisterschaft war, nicht letzter zu werden. Am
Ende steht ein fantastischer 2. Platz in meiner Klasse, damit haben
wir die Erwartungen um ein vielfaches übertroffen. Durch den 5.
Platz in der „Großen Club Klasse“ durch Alexander Otto erreichte
der Altenburger Luftsportverein dieses Jahr ein Superergebnis und
unser kleines Team konnte sich gut gegen die Konkurrenten aus ganz
Thüringen durchsetzen.
So sah
die Gesamtwertung nach 3 Wettbewerbstagen aus:
Allgemeine
Klasse:
1. Jürgen Kriese (SFC Erfurt)
2. Kurt Kriese (SFC Erfurt)
3. Manfred Materne (Bad Berka
Große
Club Klasse:
Frank
Krämer (AC Frankenhausen)
Holm
Kriese (SFC Erfurt)
Paul
Gibser (LSV Greiz)
Kleine
Club Klasse:
Thomas
Stein/ Günther Schütze (LSV Greiz)
Moritz
Coder (Altenburger LV)
Walter
Braun (FC Rudolstadt)
Auch
wenn das Wetter dieses Jahr nicht recht mitspielen wollte, war es
eine sehr gelungene Meisterschaft. Ich möchte an dieser Stelle dem
Organisationsteam des Aero Club Hans Grade aus Bad Frankenhausen für
die schöne Zeit danken.
Auch
meinem Team gehört der Dank an dieser Stelle: Ohne den Helfern vor
Ort, dem Verein zuhause, sowie Unterstützern in der Vorbereitung und
allen Sponsoren wäre dieses Traumergebnis nicht möglich gewesen.
Besonderer
Dank gilt Rolf Buchner, ohne dessen F-Schleppeinsatz in letzter
Minute der Start hier nicht möglich gewesen wäre.
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